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Taurin – Nicht nur in Energy Drinks zu finden Taurin hat seinen Namen von dem lateinischen Wort für Stier, da es zuerst aus Stiergalle isoliert wurde. Manche Produktwerbung stellt eine Verbindung zwischen den Kräften eines Stieres und der Zugabe von Taurin zu Energy Drinks her. Taurin kann jedoch von fast allen Säugetieren selbst erzeugt werden, auch erwachsene Menschen können Taurin selbst bilden. Säuglinge hingegen erhalten Taurin durch die Muttermilch. Im Pflanzenreich konnte Taurin bisher nur aus der Kaktusfeige isoliert werden. Auch wenn die positive Wirkung von Taurin in Modegetränken fraglich ist, kann die große Bedeutung von Taurin im menschlichen Organismus nicht bestritten werden. Da Taurin-Mangel bei verschiedenen Erkrankungen festzustellen ist, gehört auch die Messung der Taurin-Konzentration im Urin in die Untersuchungspalette von NeuroLab.
Wie entsteht Taurin? Wie wird es zugeführt? Taurin selbst ist im eigentlichen Sinne keine Aminosäure, sondern eine so genannte Aminosulfonsäure. Taurin wird im Organismus aus der Aminosäure Cystein oder Methionin unter Mitwirkung von Vitamin B6 gebildet. Störungen im Vitamin B6-Haushalt können sich deshalb auch über eine reduzierte Taurin-Konzentration auswirken. Während die meisten Säugetiere sowie der erwachsene Mensch zu der beschriebenen Bildung von Taurin fähig sind, können Säuglinge noch kein eigenes Taurin bilden. Eine künstliche Zufuhr über die Babynahrung ist jedoch in der Regel nicht notwendig, da Taurin in ausreichend hoher Konzentration in der Muttermilch vorkommt. Erwachsene nehmen Taurin in Lebensmitteln wie Milch, Fisch und Fleisch zusätzlich zu der eigenen Produktion auf. Die höchsten Taurinkonzentrationen befinden sich im zentralen Nervensystem, in der Netzhaut (Retina) des Auges, in der Muskulatur sowie in den Blutbestandteilen Granulozyten und Thrombozyten, die für die Immunabwehr beziehungsweise für die Blutgerinnung wichtig sind. Nur bei besonders hohem Verbrauch kann ein Mehrbedarf vorliegen, der zusätzlich gedeckt werden muß. Das kann der Fall sein bei Leistungssport, bestimmten Augenkrankheiten, Arteriosklerose, Leberkrankheiten oder aber einem erhöhten oxidativen Stress. Welche Wirkungen von Taurin wurden bereits nachgewiesen? Nicht ohne Grund wurde Taurin als erstes aus einer Galle isoliert. Taurin hat für die Bildung der Gallensalze aus Gallensäure eine große Bedeutung und ist somit für den Fettstoffwechsel wichtig. Weiterhin ist Taurin beteiligt an der Regulation des Zellvolumens, der Stabilisierung von Eiweißstoffen (Proteinen), hat eine wachstumsfördernde Wirkung, unterstützt die Leber bei ihren Entgiftungsaufgaben und beeinflusst verschiedene Signalwege im Nervensystem. Taurin wirkt gegen oxidativen Stress und unterstützt die Calciumzufuhr bei Zellen, deren Zellhülle (Membran) stabilisiert wird. Dadurch wirkt Taurin positiv bei Rhythmusstörungen und Epilepsien. Gemeinsam mit Glutaminsäure hat Taurin auch eine entgiftende Wirkung für das Zentrale Nervensystem (ZNS). Im ZNS wirkt Taurin in Verbindung mit Glycin und GABA und unterstützt die dämpfenden Wirkungen. Taurin ist deshalb beruhigend, krampf- und angstlösend.
Im Gehirn wird der Gehalt an Acetylcholin durch Taurin gesteigert, wodurch die kognitiven Leistungen (zum Beispiel die Aufmerksamkeit und die Wahrnehmungsfähigkeit) gesteigert werden können. Auch mit Melatonin steht Taurin in Verbindung. Während Melatonin im Dunkeln gebildet wird, steigt die Taurinproduktion bei Tageslicht an. Für Säuglinge ist Taurin wohl aus dem Grunde besonders wichtig, da es die Entwicklung des Nervensystems, der Sehkraft und des Muskelapparates fördert.
Was bewirkt ein Taurinmangel? Ein Taurinmangel kann entsprechend der beschriebenen Wirkungen zum Beispiel bei einer Gallestauung vorliegen. Da Taurin die Aktivität des Enzyms Glutamatdecarboxylase steigert, hat es Einfluss auf das Verhältnis von Glutamat und GABA. Eine Störung des Taurinspiegels hängt also eng mit der Balance der Neurotransmitter Glutamat und GABA zusammen. Hier wird wieder das Zusammenspiel der Neurotransmitter und Neuromodulatoren, zu denen Taurin gehört, sehr deutlich. Wird ein Element innerhalb dieses fein abgestimmten Gleichgewichtes im Neurohormon-Neurotransmitter-Haushalt gestört, kann dies Auswirkungen auf andere Bestandteile dieses Netzwerkes haben.
Ein niedriger Taurinwert kann bei Mongolismus, Sehschwächen oder Epilepsie auftreten, ein erhöhter Taurinspiegel hingegen ist oft bei Patienten mit Asthma, Hirnhautentzündung, Rückenmarkserkrankungen und Multipler Sklerose zu finden. Auch wenn keine direkte Verbindung zwischen dem gestörten Taurinspiegel und den Krankheitsursachen gefolgert werden kann, ist die Messung der Taurinkonzentration in jedem Fall eine Möglichkeit, die Diagnose dieser Erkrankungen zu stützen. Auch bei Tinnitius wird eine Bedeutung von Taurin vermutet.
Empfohlene Untersuchungen von NeuroLab Untersuchungen der Taurin-Konzentration bei Patienten ist also bei unterschiedlichen Krankheitsbildern sinnvoll. Wegen der Beziehung von Taurin zu Neurotransmittern, die bei durch Neurostress bedingten Gesundheitsstörungen eine große Rolle spielen, gehört die Bestimmung des Taurinwertes zusammen mit den Konzentrationen von anregenden Neurotransmittern wie Noradrenalin, Dopamin, Glutamat, Adrenalin und PEA sowie der dämpfenden neuronalen Botenstoffe GABA, Serotonin und Glycin zu einem wichtigen Testprogramm von NeuroLab vor der Durchführung einer individuell auf den Patienten abgestimmten Aminosäuresubstitution als nebenwirkungsfreie Therapieform für zahlreiche Erkrankungen, die durch Neurostress begünstigt werden.
Auch das Vitalstoff-Testprofil Aminosäuren sieht eine Bestimmung der Aminosulfonsäure Taurin vor. In diesem Testprofil geht es unter anderem um die Untersuchung eines möglichen Ungleichgewichtes im Verhältnis der Aminosäuren untereinander, welches Rückschlüsse auf eine Störung der Stoffwechsellage geben kann.
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